Familienverband

Der Familienverband in seiner jetzigen Form wurde durch Beschluss des Familientages vom 2. Juni 1962 gegründet. Er ist beim Amtsgericht Bonn in das Vereinsregister eingetragen. Er ist Mitglied der Vereinigung der Deutschen Adelsverbände (VdDA) und gehört dem Verband „Der Sächsische Adel e.V.“ an.

 

Der Vorstand

  • erledigt alle Familienangelegenheiten, die nicht dem Familientag vorbehalten sind
  • bereitet die Familientage vor, berichtet über seine Tätigkeit und setzt die Beschlüsse der Familientage um
  • nimmt die Aufgaben des Kuratoriums der von Arnim’schen Stiftung wahr

Zusammensetzung der Vorstands siehe Seite “Vorstand”.

 

Die Familie

Die Familie definiert sich als die Gesamtheit der Träger des Namens „v. Arnim“, die als Nachkommen beiderlei Geschlechts der drei Brüder Claus I, Ludeke I und Wilke I v. Arnim, die um 1400 gelebt haben, im Mannesstamme ehelich geboren oder nachträglich legitimiert wurden sowie deren Ehefrauen.
Der Familie gehören z. Zt. knapp 500 Personen an, von denen, soweit sie volljährig sind, die meisten dem Familienverband beigetreten sind.

 

Zweck und Aufgabe des Familienverbandes sind in § 2 der Satzung folgendermaßen beschrieben:

Der Verband hat den Zweck, den Mitgliedern das Bewußtsein zu vermitteln und zu erhalten, daß ihre Vorfahren als Angehörige der vormals führenden Schicht in Deutschland historische, kulturelle und soldatische Beiträge geleistet und damit dem Arnim‘schen Namen Ansehen verschafft haben. Dieses Bewußtsein soll die Mitglieder veranlassen, sich dieses Ansehens als Angehörige einer Familie des historischen deutschen Adels würdig zu erweisen.

Hierzu bemüht sich der Verband darum, der jungen Generation neue Wege der Bewährung unter veränderten Zeitumständen aufzuzeigen. Im übrigen erfüllt er diese Aufgabe durch persönlichen Zusammenhalt der Familie, insbesondere durch Abhaltung der Familientage sowie durch Pflege der Familiengeschichte und durch gegenseitige Hilfe zur Bewahrung vor sozialer Not. Für diese letztere Aufgabe bedient er sich der von Arnim’schen Stiftung.

Schon im Jahre 1441 hatten sich die Vettern des Arnimschen Geschlechts zusammengefunden und in einer kurz gehaltenen Urkunde ein Hausgesetz über die Erbfolge ihrer Besitzungen beschlossen. Dies dürfte der früheste Nachweis einer familiären Organisationsform der Arnimschen Familie sein.

140 Jahre später, am 28.Dezember 1581 ist eine weitere Zusammenkunft – heute würden wir es Familientag nennen – verbürgt. Man hatte sich in Kölln an der Spree getroffen und   in einer sehr detaillierten Vereinbarung  zu gegenseitiger Hilfe und Unterstützung verpflichtet. Mittelpunkt der Urkunde sind wiederum Bestimmungen zur Erbregelung sowie zur Erhaltung und Erweiterung der familiären Besitztümer. Daneben verpflichten sich die Vettern auf Regeln zum Umgang mit familieninternen Streitigkeiten und zur Einsetzung eines Familienschiedsgerichts, dem je zwei Vettern der Hauptstämme Zehdenick, Zichow und Gerswalde angehörten.

Auf einem „Familientag“, den die Arnim-Vettern am 25. Dezember 1584 in Berlin abgehalten hatten, wurden die vorstehenden Vereinbarungen teilweise präzisiert und erweitert. Letztlich kann man feststellen, daß Ende 1584 bereits ein verbindliches Familienstatut in schriftlicher Form vorlag.

Die neuere Form des Familienverbandes geht auf eine Verordnung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. zurück, der den „Verbänden der durch ausgebreiteten Familienbesitz ausgezeichneten Geschlechter“ ein Repräsentationsrecht in der „Ersten Kammer“ zugestand. Da jeder Familienverband einen Vertreter in die Kammer entsenden konnte, wurde am 28. Oktober 1856 in Berlin ein Statut des Familienverbandes beschlossen. Adolf-Heinrich Graf v. Arnim-Boitzenburg wurde der erste Vorsitzende und ein Jahr später, am 1. Dezember 1857, fand der erste Familientag statt.

Seitdem trifft sich die Familie in jährlicher Folge. Es hat nur sehr wenige Jahre gegeben, in denen der Familientag – meist infolge von Kriegen und Kriegswirren – nicht stattfinden konnte.

Die in Sachsen ansässigen Häuser Kriebstein und Planitz hatten sich am 14. Januar 1888 in Dresden eine eigene Geschlechtsordnung gegeben und zum „von Arnim‘schen Geschlechtsverein“ zusammengeschlossen. Auch sie veranstalteten jährliche Treffen. Seit 1937 sind die sächsischen Vettern auch Mitglieder des damals in Berlin ansässigen Familienverbandes.

 

Nähere Informationen: