Zehdenick

Schloss Zehdenick

Der Hauptstamm Zehdenick

Lippold I v. Arnim, Dorfkirche zu Krüssau

Im Jahre 1438 wurde ein Sohn des Ludeke I, Hans III v. Arnim, gemeinsam mit seinem Brudersohne Jaspar II durch Markgraf Friedrich den Jungen mit Schloß und Stadt Zehdenick belehnt, wozu auch die Dörfer Kleinmutz, Hammelspring, Hindenburg, Storckow, Krewelin und Wesendorf sowie Hebungen in einigen anderen Orten gehörten.
Lippold I v. Arnim, der 1486 erstmals urkundlich erwähnt wurde und 1525 starb, verkaufte Zehdenick 1506 an Bernd I v. Arnim den Alten aus dem Hauptstamm Gerswalde, um sich im Erzbistum Magdeburg neu anzusiedeln und dort die Güter Krüssau, Theeßen, Hohenseeden, Schattberge, Nieplitz, Webde, Brandenstein und Gladau zu erwerben. Er wurde zum Stammvater der sogenannten “Magdeburgischen Linien” mit den Ästen Gladau, Brandenstein und Krüssau. Der in der neuen Familiengeschichte zuerst beschriebene, in Franken südlich von Bayreuth angesiedelte und inzwischen erloschene Zweig Neu-Seidwitz gehört neben den Häusern Zehdenick, Blankenfelde und Bornsdorf zum Ast Gladau. Außerdem gehören die Häuser Brandenstein und Köckte zu den “Magdeburgischen Linien”.
Lippold I hatte Bernd II den Jungen (1470 – 1545 urkundlich erwähnt), seinen Vetter und Mitbesitzer von Zehdenick, mit barem Gelde abgefunden, was Bernd in die Lage versetzte, einen umfangreichen Besitz im uckermärkischen Fredenwalde zu erwerben, von dem nach 1545 die Güter Sperrenwalde, Sternhagen, Gollmitz, Götschendorf, Milmersdorf und Temmen abgetrennt wurden. Die Belehnung erfolgte 1498. Der damals von Bernd II begründete Ast Alt-Fredenwalde ist heute noch in den Zweigen Milmersdorf, Götschendorf und Kraatz sowie in den dazu gehörigen gleichnamigen Häusern lebendig. Außerdem gehören die Häuser Falkenhagen, Groß Fredenwalde und Willmine dazu.
Der Besitz Zehdenick blieb nur 90 Jahre beim v. Arnimschen Geschlecht. Hans VIII (1501 – 1552 urkundlich erwähnt) auf Gerswalde, Zehdenick und einem Anteil von Biesenthal tauschte es 1528 gegen Boitzenburg, das bis zur Enteignung 1945 in Arnimscher Hand geblieben ist.