Urkunden

Urkunde vom 23. April 1378 (Nr. 11 des Urkundenbuchs) *1)

Siegel Nr. 6 ist das älteste bekannte Siegel eines Arnim.

Es zeigt einen viermal geteilten Schild und die Umschrift „Ebel van Arnym“.

Ebel I v. Arnim wurde zwischen 1367 und 1385 mehrfach urkundlich erwähnt.

Sehr viele Urkunden, die in den Arnimschen Hausarchiven gesammelt worden waren, sind leider im Zweiten Weltkrieg unwiederbringlich verloren gegangen. Um so wichtiger ist die Sammlung von Urkunden, die im Urkundenbuch, dem I. Teil der Familiengeschichte *2), veröffentlicht worden ist.
Von den mehr als 900 Dokumenten sollen hier drei Urkunden, die für die Geschichte der Gesamtfamilie besonders wichtig sind, im vollen Wortlaut abgedruckt werden.1. Urkunde von 1204
Erste urkundliche Erwähnung eines v. Arnim2. Urkunde vom 30. Mai 1441
Hausgesetz der v. Arnim über Erbfolge in Besitzungen verstorbener Familienmitglieder3. Urkunde vom 28. Dezember 1581
Erbeinigung des Geschlechts v. Arnim*1) Abbildung aus: Das Geschlecht von Arnim, II. Teil, 1. Band, Im Auftrage des von Arnim‘schen Familienvorstands, Selbstverlag der Familie, 1923
*2) Das Geschlecht von Arnim, I. Teil, Urkundenbuch, Im Auftrage des von Arnim‘schen Familienvorstandes, herausgegeben von der Zentralstelle für Deutsche Personen und Familien-Geschichte, bearbeitet von Dr. Ernst Devrient, Verlag von H. A. Ludwig Degener, Leipzig 1914


Urkunde aus dem Jahre 1204

Der Text der Urkunde aus dem Jahre 1204, in der erstmals ein Arnim in der Altmark genannt wird

(aus: Otto v. Heinemann, Codex Diplomaticus Anhaltinus, Dessau 1867, Bd. l, S. 553f. Nr. 747)

1204. Graf Albrecht von Arneburg verzichtet nach dem Beispiele seines Großvaters, des Markgrafen Albrecht von Brandenburg, auf alle ihm zustehenden Rechte im Dorfe Polkritz zu Gunsten des Klosters Ilsenburg.

In nomine sancte et individue trinitatis ego Adelbertus Die gratia comes in Arneborch universis ecclesie fidelibus in perpetuum. Noverit universitas fidelium tam presentium quam futurorum, quod consideratis et discussis motibus temporalibus nichil perpetuum, nichil salutiferum, sed perituri seculi lene et miserabile invenimus blandimentum. Unde stabilitatis alicuius solliciti edificare fundamentum desideravimus participes fieri divini obsequii et orationum fratrum in Ilsenborch. Et quemadmodum avus noster Adelbertus pie memorie marchio in Brandenborch bona eorum in Pulcriz ab omni iure, quo ei tenebantur, plenissime absolvit, ita et nos ad exemplum ipsius ab omni iure, si quod erat, quo nobis teneri videbantur, bona eorundem fratrum in Polcriz plene et a qualibet prosus absolvimus exactione: Nullam penitus bedelli et officiales nostri rogandi, precipiendi sive sollicitandi ex parte nostra habeant auctoritatem, nulla nobis ibi sint hospicia, nulla porsus servicia, sed bona predictorum fratrum, sive culta inculta sive postmodum colenda, usibus eorum serviant penitus profutura. Ut autem hec nostra donacio rata et inconvulsa futuris postmodum permaneat temporibus, sigilli nostri impressione roboramus, adhibitis ydoneis testibus, quorum nomina subter annotata sund: Rodgerus de Piulinge, Gerardus des Beliz, Theodericus dapifer, Heydenricus et Adelbertus de Bortfelde, Alardus de Arnhem, Heynricus de Wosterheesen, Iohannes de Clisenslage, Heinricus de Rorbeke, Wolardus et Theodericus des Eckstede, et alii quam plures.

Anno domini incarnationis m°.cc°iiii°, conscripta a Godefrido curie nostre capellano.

Die Übersetzung lautet:

,,Im Namen der Heiligen und Unteilbaren Dreifaltigkeit.
Ich, Albrecht, durch Gottes Gnade Graf in Arneburg [bestimme] für alle Gläubigen der Kirche auf immer: Wissen soll die Gesamtheit der Gläubigen, so der gegenwärtigen wie der zukünftigen, was wir nach Abwägung und Besprechung der Zeitläufte nicht als ewiges, nicht als heilsbringendes sondern für das ablaufende Jahrhundert als gütiges und erbarmendes Mittel gefunden haben.
Daher verlangt es uns – darum besorgt, eine Grundlage einer Stabilität zu erbauen -, Teilhaber zu werden des Göttlichen Dienstes und der Gebete der Brüder in Ilsenburg.
Und wie unser Großvater Albrecht – seligen Angedenkens -, Markgraf von Brandenburg, ihre Güter in Polkritz von jedem Recht, das ihm auf sie zustand, vollständigst befreit hat, so befreien auch wir nach seinem Vorbild die Güter derselben Brüder in Polkritz von jedem Recht, wenn eines bestand, das uns auf sie offenbar zustand, vollständig und geradezu von jeder Abgabe.
Unsere Pedelle und Beamten sollen überhaupt keine Autorität haben, von unserer Seite her etwas zu fordern, etwas vorzuschreiben oder zu veranlassen. Keine Bewirtung soll für uns dort stattfinden, weiterhin keine Dienste, sondern die Güter der vorgenannten Brüder, seien sie bebaut, seien sie unbebaut, seien sie späterhin zu bebauen, sollen ganz und gar in Zukunft ihrem Nutzen dienen!
Daß aber diese unsere Schenkung gültig und unwiderruflich späterhin in zukünftigen Zeiten bleibt, bekräftigen wir dies mit dem Aufdruck unseres Siegels, unter Hinzuziehung geeigneter Zeugen, deren Namen unten aufgeführt sind: Rodger von Pilinge, Gerhard von Beelitz, Truchseß Dietrich, Heydenreich und Albrecht von Bortfelde, Alard von Arnim, Heinrich von Wosterheesen, Johannes Clinsenslage, Heinrich von Rohrbecke, Wolrad und Dietrich von Eckstede und mehrere andere.

Im Jahre der Menschwerdung des Herrn 1204, aufgezeichnet von Gottfried, dem Kaplan unserer Kurie.“

aus: Das Geschlecht von Arnim, IV. Teil, Chronik der Familie im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert, herausgegeben vom von Arnim‘schen Familienverband, bearbeitet von Jochen v. Arnim und anderen Familienmitgliedern, Verlag Degener & Co., Neustadt a. d. Aisch, 2002, S. 42


Urkunde vom 30. Mai 1441

Hausgesetz der v. Arnim über die Erbfolge in Besitzungen verstorbener Familienglieder.

Orig. Perg. Berlin GehStA. Urkunden Marchica incerta Nr. l, mit 3 von 5 angeh. S.: 2 Balken im Schild ohne Helm.
I vollständig, IV u. V nur in Bruchstücken, die Umschriften unleserlich.

Druck: Riedel A XIII 363.

Abschrift der Urkunde Nr. 109

Vor allen cristenluden, de dessen bryf seen, horen edder leze, bekenne ik Clawes, Hans unde ik Hans vor mynes bruder sone Jasper, Ludeke, Hennigh unde Ebel gheheyten alle dy van Arnym met unsen rechten erven, dat wy dat under uns seynt eyn geworden, oft unser annich aveghynghe, so schal de negeste bort erfe und leyn nemen sunder engherleye andedinghe hynderniße der andern veddern. Deß tho eyner merer bekantnisse hebbe wy vorbenomet van Arnym alle laten henghen unse ingeseghele an dessen open bryf, de ghegheve is na gades gebort dusent iar vyrhunderten darna in deme eynundvyrtychsten iare, des dingesdaghes na unsen hern hemmelvart.

aus: Das Geschlecht von Arnim, I. Teil, Urkundenbuch, Im Auftrage des von Arnim‘schen Familienvorstandes, herausgegeben von der Zentralstelle für Deutsche Personen und Familien-Geschichte, bearbeitet von Dr. Ernst Devrient, Verlag von H. A. Ludwig Degener, Leipzig 1914


Urkunde vom 28. Dezember 1581
Kölln a. Spr. 1581 Dezember 28.

Erbeinigung des Geschlechts v. Arnim.

Org. Papier mit 19 aufgedr. S.: Boitzenburg HA.

Abschrift der Urkunde Nr. 611

Wier Otto, Henning, Mattheus, Franz, Mortiz, Jürgen, Jacob, Henrich, Churt, Claus, Berndt Hansen   und aber Berndt Jacob seligen söne, Ernst, Hans, Kuno, Henningk, Hans Jürgen, Lippoldt, Jacob, Moritz, Jochim, vor sich und andere abwesende bruder und vettern alle von Arnim uf dem hause Gerswalde, Zichou, Chroßou, Fredenwolde, und Siedewitz inn Franken erbsassen, bekennen und thun kundt vor uns und unsere lehnserben auch von iedermennig in craft und macht dieser unser verpflichtunge: Nachdem und dieweil unsere voreltern, auch vettern mit guten bedacht und reifen rath zu sonderlichen nutz und gedeiunge, durch vorleihunge des allmechtgen unsers ganzen geschlechtes eine erbeinigung under sich aufgerichtet und zu vormeidung zanks und unfreundtlichen willens, sich unter einander verschrieben und vereiniget, demnach wier obgenante von Arnim uns erkennen und befunden, unserer voreltern, auch vetterliche vertrege und vorschreibunge, dieweil sie loblich und zu allem guten in unserm geschlechte ersprislich bis anhero, got lob, gewesen, zu halten, auch terner in ire fustappen zu tretten schuldigk, bekennen wir obgemelte von Arnim semptlich und sonderlich vor uns und unsre rechte lehnserben, daß wir mit guten wolbedachten willen, auch mit einhelligen rath unserer voreltern erbeinigung und vertrag heute dato widerumb erneuet und aufgerichtet, die unverbruchlich zu halten angenommen, auch von unserm rechten lehnserben, gleicher gestaldt, wie volget, gehalten wollen haben.

[l] Wo eines des andern zu rechte und zu gute mechtigk ist, der soll bei dem andern bleiben, auf sein selbst eigene uncosten, zehrunge und schaden; auch wenn wier zu tage reiten, das geldhe wem das wolte vonn unserm geshlechte, soll ein ieglicher auf sein uncost, zehrung und schaden dar reiten und deme mit hulf und rath beistendig wesen und in nicht vorlassen.

[2] Wer es auch, daß wier vorbenumbte vonn Arnimb oder unsere rechte lehnserben zu krige oder fehde kommen wurden, soll einer bey denn andern auf sein eigene uncost, schaden und frommen, ein iglicher nach seinem vormugen, mit unsern rechten lenserben bleiben, auch sollen alle unsere schlößer und behausunge, die wier innehaben und nachfolgieg bekommen muchten, unter uns vorbenumbte von Arnim und unsere rechten erben zu allen seinen nothen kegen alles wehme, niemandts ausgenommen, zu ieder zeit offen wesen, also ferner, daß unser einer des andern zu alle zeiten zu rechte oder zu guthe mechtigk sey.

[3] Were es auch, das wier vorbenante von Arnim, wie unsre rechte lehnserben unsere schlößer oder wonunge, die wier haben oder nachfolgigk bekommen muchten, bauwen wolten, darzu soll ein ieder dem ander mit seinen underthanen gleich seine eigenen leuten, mit fuhre und richtunge zu helfen schuldigk seyn.

[4] Wer es auch, das wir obgemelten von Arnim oder unsere rechten lehnserben ein guth aus ehehaft oder zur besserung unsers geschlechts verkeufen oder vorsetzen wolten, soll dasselbige mit gutem rath, auch mit gnugsamer bekendtnus der vettern sembtlich, als die nothdurft und gelegenheidt thut erfordern, und nicht ehr gewilliget und nachgegeben werden; so soll der verkeufer das guth unsern brudern und vettern erstlich anbieten, dafur sollen sie inn geben, was ein ander darumb geben will, doch mit dem bescheide, das der verkeufer sodann geldt wiederumb an lehngut legen oder mitler zeit genugsam vorstand thue, wie es in unserem geschlecht gebreuchlich, das ehr dasselbige geldt in unsere samende handt zum ersten, als ehr kann und magk, bringen wolte, auch dieweil es bahrschaft ist, daß die schuldbriefe, so viel geldes der verkeufer aus dem guth bekommen, an die lehnserben wiederumb fallen soll, auch dasselbiges zu geschehen, durch denn landesfursten und lehnherren, mit einem offentlichen consens confirmirt und bestetiget werden, damit der samende der keinesweges entzogen und endtwandt werde. Wie dan itzo gewilliget und geschloßen, das Mattheus vonn Arnim 4000, Franz 3000, Claus 14000 und wo ehr gegen Brösiken die sache erheldt, noch 10000 und also mit dem erkauften lehn 40000, auch Otto von Arnim 9000, Jochim von Arnims sone 22000 taler und Jacob von Arnim auf Zichow 6000 rt. zu lehn machen sollen und wollen.

[5] Wo auch einer vonn seinem eigenen wohlgewunnen gelde guter keufen wurde, solten dieselbigen guter alsobaldt soviel muglichen in die samende handt gebracht werden, desselbigen gleichen auch die angefelle, so ein ieder bei der herrschaft durch seine treue dienste erhalten und vordienen muchte, so viel muglichen inn die samende handt geschafft werden.

[6] So auch unter uns oder unseren lehnerben einer seine guther ohne ehehaftige noth mutwillig dem geschlechte zu schaden und nachteil vorthun wolte, sollen die vettern semptlich mit hohem vleis und ernst, sodan zu wehren und vorzukommen treulichen einsehen haben. Im fall, wu das bey dem ungehorsamen und mutwilligen parthe unfruchtbarlichen erfunden, mugen wier und unsere erben des lehnherren und landesfursten rath und beistandt suchen und gebrauchen und demselbigen allewege geburliche folge thun.

[7] Wer es auch, das wir vorbenumbte von Arnim oder unsere lehnserben underlang zwietrechtig wurden oder schelinge krigeten, da wir uns in freundtschaft nicht kundten umb vortragen, das sollen die andern vettern zur guthe oder mit rechte zu endtscheiden macht haben, dergestaldt und also, das wen von einem oder andern teil die irrungen an den vettern gelanget, sollen zum allerwenigsten von iedern stamme als vonn dem hause Gerswalde zwey, vom hause Zichow auch zwey und von dem hause Crussow und Fridenwalde imgleichen zwey (da derselbigen nicht mehr zu vormuge) auf eines jiedes stammes seite und sembtlichen uncosten und also ihrer sechs personen aus allen mitteln vorordnet werden, dieselbigen gebrechen an den landes-, chur-und fursten zu gelangen und von irem   chur- u. furstl. gnaden ihnen zugeordente commissarien auszubitten, auch ferner mit demselbigen am orthe der gebrechen sich eins tags zu vorgleichen und solches zwiespaldt in guthe beizulegen allen muglichen vleis anzuwenden, auch wie sie die sachen im grunde befunden, dem einen oder andern teil, ohne scheu anzuzeigen und zu vormelden, in entstehung aber der guthe die parte zu einem proces zue rechte zu vorfassen, auch, do uber vorhoffen und zuvorsicht sie zu gute oder recht keine folge hetten, dem chur- und landesfursten denn grundt und warheidt derselbigen sache mit vormeldunge ihrer vorschlege, oder wie sie vormeinen, daß solche uneinigkeidt zum fuglichsten beigelegt werden muchte, zu berichten, und dis keinesweges anders zu halten, auch die partien denselbigen vettern   solches nicht vor ubel aufzunehmen oder derentwegen einigen widerwillen zu fassen vorpflichtet und schuldigk seyn solle, als vormoge diser unser und der unsern insiegeln bewilligter und angenomener adelicher vorpflichtunge. Do aber hernacher das ein oder ander teil in der guthe nicht folgen, sondern seine sache auf rechtliche austracht setzen wolte, magk es durch einen proces seine notturft suchen, darauf das gegenteil gehoret, und alsdann nach geschehener inrotulation die acten ann einen unverdechtigen ort zu vorsprechen vorschickt werden, und was also, nach eingebrachten partheien   allerseits notturft definitive erkandt wirdt, damit soll ein iedes teil friedlich, iedoch hiemit die andere instantia oder appellationn dem, so sich beschwert zu sein vormeinet, unbenommen sein.

[8] Es soll auch ieder mit nichts soviel muglich dem andern zu einerley zwitracht oder unfreundtlichen willen ursach geben, wurden auch disse aufrichtige erbliche und vetterliche vortrege in dem allen wie vorgemeldet nicht halten wolle[!], auch sich von den vettern durch sein eigen vornehmen nicht wolte richten lassen, auch gegebene und angenomme abscheide nicht wolte folge thun oder nachkommen, sollen die vetternn sembtlich von dem ungehorsamen teil abtretten undt bei den gehorsamen teil allwege bleiben und verharren, dasselbige gehorsame teil mit hulfe, rath und beistandt zue ieder zeit ein iglicher uf sein eigen uncost und zehrunge bis zu endtlicher austrag der sachen nicht vorlassen.

Alle diese obgeschriebene punct und artikel stethe und vehste ohn einerlei argelist, hulfrede, geferde, auch niderne funde unvorbruchlich zu halten, haben wier semptlich, auch ieder in sonderheit vor uns, unsere erben zu halten mit handt und mundt angenommen und zugesagt. Zu mehrer zeugnus  und wahrhaftiger becreftigunge haben wir obgenante von Arnim, so zu unsern mundigen iharen kommen, vor uns, auch vonn wegen der unmundigen und der andern unserer bruder und vettern, so nicht zur stette sein, unsere erbliche und angeboren pitzschier unden ahn diesen brief wissentlichen thun hangen.

Geben und geschrieben zu Coln an der Sprew, den 28. decembris anno 1582 [muß lauten 1581].

aus: Das Geschlecht von Arnim, I. Teil, Urkundenbuch, Im Auftrage des von Arnim‘schen Familienvorstandes, herausgegeben von der Zentralstelle für Deutsche Personen und Familien-Geschichte, bearbeitet von Dr. Ernst Devrient, Verlag von H. A. Ludwig Degener, Leipzig 1914