Wappen

 

Stammwappen der Familie v. Arnim

Stammwappen: 

In Rot 2 silberne Balken; auf dem Helm mit rot-silberner Decke zwei rote (Büffel-)Hörner mit je zwei silbernen Spangen.


 

Wappen der Grafen v. Arnim-Boitzenburg
Wappen nach dem preußischen Grafendiplom vom 2. Oktober 1786:
Geviert; Quartier eins und vier in Silber ein goldbewehrter, königlich gekrönter, mit goldenen Kleestengeln belegter schwarzer (preußischer) Adler; Quartier zwei und drei in Rot zwei silberne Balken (Stammwappen); darüber eine neunzackige (Grafen-) Rangkrone mit zwei Helmen; rechts mit schwarz-goldener Decke ein offener, mit goldenen Kleestengeln belegter  schwarzer Adlerflug, links mit rot-silberner Decke zwei rote Büffelhörner mit je zwei silbernen Spangen; als Schildhalter zwei auswärts stehende schwarze (preußische) Adler.Wappen für Friedrich Wilhelm v. Arnim (* 31.12.1739,   † 21.1.1801) und seine Nachkommen, Herr auf Boitzenburg, Zichow, Kleinow und Falkenwalde, Königlich preußischer Justizrat und nachmals Kriegsminister.
In seiner Nachkommenschaft stehen die heute noch lebenden gräflichen Häuser:- Boitzenburg,
– Arnimshain,
– Zichow,
– Groß Sperrenwalde,
– Muskau (Neues Haus). Erloschen sind inzwischen die folgenden gräflichen Häuser der Boitzenburger Linie:- Zichow-Blumberg,
– Muskau (Altes Haus).


 

Wappen der Grafen v. Arnim, Haus Golm-Güstow  

Wappen nach dem preußischen Grafendiplom vom 28. Juli 1870:

In Rot zwei silberne Balken; darüber eine neunzackige (Grafen-) Rangkrone; auf dem Helm mit rot-silberner Decke zwei rote (Büffel-) Hörner mit je zwei silbernen Spangen; als Schildhalter rechts der mit Königskrone und goldenem Namenszug FR geschmückte schwarze (preußische) Adler, links der mit Kurhut und mit goldenem Zepter im blauen Brustschild geschmückte rote (brandenburgische) Adler; Wahlspruch: Non cantu, sed actu.

Wappen für Harry v. Arnim a.d.H. Suckow (* 3.10.1824,   † 19.5.1881) mit dem Recht der Erstgeburt und geknüpft an den Besitz von Golm und Güstow, Herr auf Golm und Güstow, ab ca. 1870 auch auf Nassenheide, Königlich preußischer Kammerherr, Wirklicher Geheimer Rat, Gesandter in Rom, nachmals Botschafter in Paris.


Wappen der Freiherrn v. Arnim, Haus Golm-Güstow  

Wappen nach Allerhöchster Kabinettsorder vom 25. September 1874:

In Rot zwei silberne Balken; darüber eine siebenzackige (Freiherrn-) Rangkrone; auf dem Helm mit rot-silberner Decke zwei rote (Büffel-) Hörner mit je zwei silbernen Spangen; als Schildhalter rechts der mit Königskrone und goldenem Namenszuge FR geschmückte schwarze (preußische) Adler, links der mit Kurhut und mit goldenem Zepter im blauen Brustschild geschmückte rote (brandenburgische) Adler; Wahlspruch: Non cantu, sed actu.

Wappen für die Nachgeborenen des Harry Graf v. Arnim (1824 – 1881), soweit nicht mit dem Recht der Erstgeburt und geknüpft an den Besitz von Golm und Güstow versehen. Die gräfliche Linie des Hauses Golm-Güstow ist erloschen. Die Nachkommen der freiherrlichen Linie leben in den USA.


Wappen der Grafen v. Arnim, Haus Heinrichsdorf-Werbelow 

Wappen nach dem preußischen Grafendiplom von 1841:

Stammwappen; zwei Greife als Schildhalter.

Wappen für Heinrich Friedrich v. Arnim (1791 – 1859) auf Werbelow, Milow und Schwaneberg, Königlich preußischer Kammerherr, Wirklicher Geheimer Rat, Gesandter in Brüssel, Paris und Wien, 1849 kurzzeitig Königlich preußischer Außenminister.

Heinrich Friedrich Graf v. Arnim verstarb ohne Nachkommen.

 

 

aus George Hesekiel, Wappensage, Halle/Saale, S. 316


Kommentar zur Wappensage:

Die Wappensage geht vermutlich auf ein wahres Geschehen zurück. In der Familiengeschichte „Das Geschlecht von Arnim, IV. Teil, Chronik der Familie im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert“, herausgegeben vom Vorstand des von Arnim‘schen Familienverbandes, Verlag Degener & Co., Neustadt a. d. Aisch, 2002, ist der Wappensage u. a. auf Seite 12 folgender Abschnitt I.2. gewidmet:

I.2. Marcus Wagner, Von dem uhr und alten Stam Ritterlichs Geschlechts deren von Meyendorff einfeltiger kurtzer auszug, 1581

Sintemal als Anno 988. die Dänen mit vielen Schiffen die Elte herauff gefahren, daß Land zu Hadeln verwüstet, und die Sachsen, so ihnen starck genug nicht gewesen, erlegt, und drauff die Neweburg, sampt der Stad Staden, so zuvor Marggraff Siffrid gebawet, belagert und gewonnen, haben sie darinnen denselben Marggraven sampt seinem bruder Dietrichen gefangen, beneben vielen andern vom Adel, die sie auff ihre Schiffe gebracht,darunter mit gewesen, Eridagus von Arnym, und Virico von der Assaburg, Friedrich von Meyendorff und Edo von der Schulenburg. …

Wiewol der Marggraff Siffrid noch heimlich davon kommen, auff einem Fischer Schifflein, und in der eyle, mit hülffe Bennens des Hertzogen zu Sachsen und Lüneburg widder ein Volck zusammen brachte, die Gefangen den Dänen widder abjagte und sie schlug, und zum theil an die Galgen hangen, zum theil die Augen ausstechen lassen.

 

Dr. Gerd H. Zuchold kommentiert das Geschehen folgendermaßen:

„Für das Jahr 988 überliefert einzig der holsteinische Chronist Peterson diese Episode.Andere Geschichtsschreiber stützen sich auf Thietmar von Merseburg, der in seiner Chronik diese Episode für den 23. Juni 994 überliefert. Thietmar berichtet, daß Graf Heinrich I.,von Harsefeld, genannt der Kahle († 976), nach dem Tod seines Vaters Lothar in derSchlacht bei Lenzen im Jahre 929 im Norden der Stadt Stade auf einem natürlichen Hügel nahe des Flüßchens Schwinge eine Burg errichtete, eben jene im obigen Text genannte ,,Neweburg“, zeitgenössische Urkunden rühmen sie als „nobilis“ und ,,praeclarus“,also „berühmt“ und ,,glänzend“. Dem Bericht Thietmars (Chron. IV, 23ff.) zufolge kamen Piraten — in anderen Quellen werden sie genauer als ,,Askomannen“, die Manner mit den Eschespeeren, oder ,,Normannen“ bezeichnet — mit ihren geschnäbelten Schiffen wieder einmal die Elbe aufwärts gefahren. Sie schlugen die Grafen des Heilangaues,nahmen den Grafen Heinrich den Guten von Stade und seinen jüngeren Bruder Siegfried II. sowie den Grafen Ethelger von Nordalbingen gefangen und verlangten Lösegeld für die Gefangenen. Als einer von ihnen, Graf Siegfried II., entfloh, setzten die Feinde ihm nach und „drangen in eine Stadt ein, die nahe am Ufer lag, namens Stade, und suchten ihn eifrig an den verbrogensten orten, und als sie ihn nicht finden, raubten sie den Weibern die Ohrringe und kehrten ergrimmt zurück. So wütend wurden denn auch die andern, und so schnitten sie am nächsten Morgen dem Geistlichen und meinem Vetter sowie allen übrigen Geiseln Nasen, Ohren und Hände ab und warfen sie über Bord in den Hafen. Dann entflohen sie …“ Graf Siegfried II. stellte ein neues Heer zusammen, zog gegen die Eindringlinge und befreite die Heimat.

Thietmar von Merseburg war der Sohn von Cunigunde, der dritten Schwester des Grafen Siegfrieds II. Thietmar sollte als Ersatzgeisel für seinen geflohenen Onkel zu den Wikingern gehen, kam aber erst an, als Siegfrieds Heer die Wikinger schon vernichtend geschlagen hatte.

Thietmar von Merseburg berichtet gewissermaßen als Zeitzeuge, und ob das in Rede stehende Ereignis im Jahre 988 oder sechs Jahre später – 994 – passiert war, hat weder für die Interpretation der Familiengeschichte noch der allgemeinen Geschichte irgendwelche Bedeutung.

Im 20. Jahrhundert wurden bei Baggerarbeiten in der Schwinge drei Schwerter der Normannen gefunden, die heute im Museum der Stadt zu besichtigen sind. Auch die in der Wappensage geschilderte Episode dürfte in dieser Auseinandersetzung ihren wahren, historischen Kern haben.“